Der Winter bringt nicht nur malerische Schneelandschaften und gemütliche Abende mit sich, sondern auch erhebliche Risiken für unsere Sicherheit. Glatteis und Schnee verwandeln Gehwege, Treppen und Straßen in tückische Fallen, die zu schmerzhaften Stürzen führen können. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Mobilitätsproblemen sind gefährdet. Doch mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko von Unfällen durch Glatteis und Schneefall deutlich reduzieren. Dieser Ratgeber zeigt dir neun bewährte Strategien, um sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Richtige Schuhe sind deine erste Verteidigungslinie
Das A und O bei der Prävention von Stürzen ist das passende Schuhwerk. Normale Winterschuhe reichen oft nicht aus, um auf glattem Untergrund sicheren Halt zu bieten. Achte auf folgende Merkmale:
- Profilierte Sohlen mit tiefem Profil für bessere Bodenhaftung
- Rutschfeste Materialien wie Gummi statt glatte Kunststoffsohlen
- Wasserdichte Oberflächen zur Isolierung von Nässe
- Gute Knöchelstütze für Stabilität auf unebenem Gelände
Für besonders glatte Bedingungen sind Spikes oder Schuh-Eiskrallen eine Überlegung wert. Diese kleinen Metallvorrichtungen, die unter die Schuhsohlen geschnallt werden, bieten zusätzliche Bodenhaftung und sind besonders auf vereisten Gehwegen effektiv.
Bewegungen verlangsamen und bewusst gehen
Wenn Glatteis die Straßen und Wege bedeckt, ist Eile dein größter Feind. Schnelle Bewegungen erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Stattdessen solltest du:
- Langsamer gehen und jeden Schritt bewusst setzen
- Kürzere Schritte machen für bessere Balance
- Die Knie leicht beugen um den Schwerpunkt zu senken
- Arme zur Seite halten für besseres Gleichgewicht
- Feste Oberflächen suchen und Eisflächen wenn möglich meiden
Denke daran, dass auch sichere Gehwege nach einer Nacht mit Frost oder Schneefall gefährlich werden können. Nimm dir extra Zeit und akzeptiere, dass deine normale Gehgeschwindigkeit in diesen Bedingungen nicht angemessen ist.
Tragen von Hilfsmitteln zur Unterstützung
Für zusätzliche Sicherheit können verschiedene Hilfsmittel sehr nützlich sein. Sie sind nicht nur für ältere Menschen gedacht, sondern können jedem helfen, der auf glatter Oberfläche unterwegs ist:
- Gehstock oder Wanderstock mit breitem, griffigem Ende
- Gehhilfen mit Spikes speziell für Eis und Schnee entwickelt
- Trekking-Stöcke für Stabilität auf längeren Wegen
- Rutschfeste Handschuhe um Griffe besser halten zu können
Diese Hilfsmittel verteilen dein Körpergewicht besser und geben dir zusätzliche Kontaktpunkte mit dem Boden, was dein Gleichgewicht erheblich verbessert.
Vorsicht auf Treppen und Stufen
Treppen sind bei Glatteis besonders tückisch. Hier sind spezialisierte Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:
- Geländer immer nutzen und mit festem Griff halten
- Stufe für Stufe gehen ohne zu hetzen
- Beide Hände frei halten um dich abfangen zu können
- Salzstreuer oder Streugut an problematischen Stellen verwenden
- Bei extremem Glatteis alternative Wege suchen wenn möglich
Viele Hausbesitzer und Gebäudemanager sind verpflichtet, Treppen und Gehwege bei Eis und Schnee zu räumen und zu streuen. Zögere nicht, diese Verantwortlichen zu kontaktieren, wenn dies nicht geschehen ist.
Umgebung bewusst wahrnehmen
Ein wichtiger Aspekt der Unfallprävention ist die Aufmerksamkeit für die Umgebung. Ablenkung ist im Winter ein großes Risiko:
- Handy weglegen während du gehst
- Kopfhörer vermeiden um Verkehrsgeräusche zu hören
- Auf Eisflächen achten, besonders in Schatten und unter Bäumen
- Wettervorhersagen checken um dich vorzubereiten
- Nachts besonders vorsichtig sein wenn Sichtbarkeit reduziert ist
Glatteis ist oft nicht auf den ersten Blick sichtbar. Besonders auf dunklen Oberflächen und an schattigen Stellen kann sich unsichtbares Eis bilden. Diese schwarzen Eisflächen sind besonders gefährlich, da sie wie nasse Oberflächen aussehen.
Geeignete Kleidung wählen
Die richtige Winterbekleidung trägt auch zur Sturzprävention bei. Enge oder behindernde Kleidung kann deine Bewegungsfreiheit einschränken:
- Mehrschichtige Kleidung für Bewegungsfreiheit
- Nicht zu lange Hosen die unter den Schuhen schleifen
- Warme aber nicht zu dicke Jacken die Bewegungen nicht einschränken
- Gute Sichtbarkeit mit reflektierendem Material bei Dunkelheit
Dicke Wintermäntel können zwar warm halten, aber deine Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wähle Kleidung, die Wärme bietet, ohne deine Mobilität zu einschränken.
Muskeltraining und Balance-Übungen
Prävention beginnt auch mit körperlicher Vorbereitung. Starke Muskeln und gutes Gleichgewicht helfen dir, Stürze zu vermeiden oder abzufedern:
- Regelmäßige Kraft-Übungen für Beine und Rumpf
- Balance-Training wie Yoga oder Tai Chi
- Flexibilitätsübungen für bessere Beweglichkeit
- Propriozeptives Training zur Verbesserung der Körperwahrnehmung
Besonders ältere Menschen profitieren von gezieltem Kraft- und Balancetraining. Sogar 20 Minuten Training pro Woche können das Sturzrisiko erheblich senken.
Salzstreuen und Schneeräumung unterstützen
Als Hausbesitzer oder Mieter kannst du aktiv zur Sicherheit beitragen:
- Gehwege regelmäßig räumen nach Schneefall
- Salzstreuer oder Streugut verwenden bei Glatteis
- Treppenaufgänge besonders beachten
- Nachbarn helfen, besonders ältere oder behinderte Personen
- Schneeräumung nicht vernachlässigen auch wenn es lästig ist
Viele Gemeinden haben Regelungen zur Schneeräumung und Streupflicht. Informiere dich über die lokalen Vorschriften in deiner Gegend.
Im Notfall richtig reagieren
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass du ausrutschst. Wie du reagierst, kann Verletzungen minimieren:
- Versuche dich zu entspannen statt zu verkrampfen
- Dich fallen lassen statt zu versuchen, dich zu halten
- Arme zum Schutz ausstrecken aber nicht mit Händen brechen
- Auf die Seite fallen statt auf Rücken oder Becken
- Nach dem Sturz ruhig liegen bleiben und Verletzungen prüfen
Falls du dich verletzt hast, zögere nicht, medizinische Hilfe zu suchen. Manche Verletzungen sind nicht sofort offensichtlich.
Zusammengefasst: Sicherheit im Winter
Glatteis und Schnee müssen keine Sperrbremse für dein Winterleben sein. Mit diesen neun praktischen Tipps kannst du das Risiko von Stürzen deutlich reduzieren. Der Schlüssel liegt in der Kombination mehrerer Maßnahmen: richtige Ausrüstung, bewusste Bewegungen, körperliche Vorbereitung und Aufmerksamkeit für die Umgebung. Nimm dir Zeit, sei vorsichtig und zögere nicht, um Hilfe zu bitten oder Hilfsmittel zu nutzen. Ein Sturz ist schnell passiert, aber mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kannst du sicher durch die kalte Jahreszeit navigieren. Bleib sicher und genießt den Winter mit weniger Sorgen!
